Kemer BilderKemer

Zwischen Meer und Gebirge

In der Provinz Antalya an der türkischen Riviera liegt das Städtchen Kemer. So weit nicht ungewöhnlich, wäre Kemer eine gewöhnliche Stadt. Doch Kemer ist mehr. Die ganze Region um Kemer ist seit Jahrzehnten nahezu vollständig auf den Tourismus ausgerichtet und sie liegt ideal zwischen Meer und Gebirge eingebettet.

Das ehemalige Fischerdorf ist in den letzten Jahren zu einer modernen Stadt herangewachsen, die trotzdem ihren Charme bewahren konnte und dem Touristen vieles zu bieten hat. Wasser ist ein beherrschendes Thema in der Stadtgestaltung, unzählige Teiche und Bassins, oft mit Springbrunnen versehen, tragen ein heiteres Ambiente in die gar nicht so ernste Stadt. Die nahen Berge stehen majestätisch über der Stadt und geben ihr sogar ein wenig den Anschein eines Bergstädtchens. Kemer ist ein guter Startpunkt zu einer Gebirgstour ins Taurusgebirge. Mit dem Jeep gelangt der Wanderer schnell ins Gebirge, das mit seinen uralten Zedern und seiner reichen alpinen Pflanzenwelt schnell vergessen lässt, dass man sich fast unmittelbar am Meer befindet. Bis weit in den Frühling hinein ist hier oben noch Schnee anzutreffen, kein Wunder, erhebt sich das Gebirge in der Gegend um Kemer mehr als 3000 Meter über das Mittelmeer. Doch bei Bergtouren ist Umsicht geboten. Bis in große Höhen sind Giftschlangen anzutreffen, trotz des angenehmen Klimas sind kurze Hosen keine gute Idee. Mit dem Jeep gelangt man bis auf 1800 Meter Höhe, so sind auch anspruchsvolle Höhentouren an einem Tag zu schaffen. Besonders empfehlenswert ist eine leichte Klettertour durch den wunderschönen Agva-Canyon bei Kuzdere.

Mild-warmes Klima auch im Sommer

So schön die Berge auch sein mögen, im Sommer liegt Kemer wegen der nahen Berge bereits gegen 16 Uhr im Schatten. Trotzdem bleibt das Meer warm, selbst im Winter fällt die Wassertemperatur nicht unter 16 Grad Celsius, immer noch warm genug, um sich selbst an Weihnachten ins Meer zu stürzen. Das Mittelmeer ist besonders an der türkischen Riviera kaum den Gezeiten ausgesetzt, der Wasserspiegel schwankt über den Tag nur um wenige Zentimeter, was das Baden sehr angenehm gestaltet, das Wasser ist immer dort, wo es immer ist. Badeurlauber mit Atlantik-Erfahrung wissen das zu schätzen.

Sehenswürdigkeiten in und um Kemer

Doch auch für beschauliche Spaziergänge und Wanderungen bietet Kemer Ziele, so das seldschukische Jagdhaus vor den Toren von Kemer. Die in Teilen noch erstaunlich gut erhaltene Ruine stammt aus dem 13.Jahrhundert und ist leicht erreichbar, eine lohnende, leichte Wanderung. Ausgrabungsstätten finden sich in Rhodiapolis, einer antiken, verfallenen Stadt nahe Kemer. Die Antike ist in Kemer allgegenwärtig. Im Umkreis von 100 km um Kemer liegen viele der wichtigsten Ausgrabungsstätten der Türkei, die Region war in der Antike ein bedeutendes Zentrum des Handels, in der auch die Griechen so manches Bauwerk hinterließen. Der bei Wanderern beliebte „lykische Pfad“, ein historischer Weitwanderweg, verläuft teilweise im Stadtgebiet von Kemer, eine schöne Gelegenheit, eine Etappe des 500 Kilometer langen Weges zu beschreiten.

Auch mit einer Seilbahn auf den 2365 Meter hohen Berg Tahtali kann Hemer aufwarten, eine ganz besondere Attraktion in diesem an Aufstiegshilfen armen Gebirge und ein Muss für Bergfreunde.

Handeln und shoppen auf den Märkten

In Kemer kommen auch Flaneure auf ihre Kosten. Eine Vielzahl Läden, Stände und Märkte lassen sich in Kemer besuchen, wo auch das orientalische Feilschen und Handeln nicht fehlen darf. Rund um den „Meydan“, eines der Wahrzeichen der Stadt, lebt der türkische Basar. Besonders Hobbyköche werden sich freuen, viele Gewürzhändler haben hier ihre Stände, wo man exotische Gewürze aus regionalem Anbau erstehen kann. Aber es werden auch geführte Wandertouren angeboten, auf denen man die teils wild wachsenden Gewürze selbst ernten kann.

Fisch als Hauptnahrungsmittel

Die Gastronomie in Kemer hat in den letzten Jahren Federn lassen müssen. Immer mehr Hotels mit All-inklusive-Angeboten bluteten die vielseitige Gastronomielandschaft der Stadt aus, aber dennoch sind ausreichend viele gute Restaurants übriggeblieben, die ihre Gäste aufs Beste bewirten können. Leider ist trotz der Geschichte Kemers als Fischerdorf gerade Fisch hier relativ teuer, aber schließlich sind die Fischer längst weg und die Fische stammen aus anderen Gegenden. Ein besonderer Tipp für Fischliebhaber ist das Tal von Ulupinar bei Kemer. In diesem Bergdorf sind mehrere Forellenzuchten beheimatet, Forellen-essen in Ulupinar gilt als einer der kulinarischen Höhepunkte in und um Kemer.

Was allgemein unbekannt ist, Kemer veranstaltet alljährlich im Juni ein Spektakel, das man in der Türkei am wenigsten erwarten würde. Einmal im Jahr steht Kemer Kopf und feiert mit einem großen Festumzug Karneval.

Video Impressionen aus Kemer

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